
Bullerbü für Erwachsene
Die Idylle der schwedischen Insel Sandham im Schärengarten vor Stockholm ist empfindlich gestört, seit kurz hintereinander drei Menschen auf ungewöhnliche Weise starben. Der Besucherstrom, der sonst mit der Fähre für einen Tagesausflug auf die Insel schwappt, hat spürbar nachgelassen. Auch bei den Feriengästen, die hier ihr eigenes Haus besitzen, geht die Angst um. Der Gedanke, ihre Haustür nachts zu verschließen, ist ihnen bisher fremd gewesen.
Krister Berggren wurde tot in einem Fischernetz am Strand aufgefunden, seine Cousine Kicki nach einer Hirnblutung im Missionshaus, wo sie ein einfaches Zimmer gebucht hatte. Warum starben zwei Verwandte, die nur noch einander hatten? Sind es zufällige unglückliche Umstände – oder geplante Morde? Wer hat ein Motiv für diese Taten? Der dritte Tote ist Jonny Almhult, ständig alkoholisiert und zuletzt auf einer Fähre nach Finnland gesehen. Kommissar Thomas Andreasson von der Polizei Stockholm übernimmt die Ermittlungen.
Die Autorin Viveca Sten fällt aus dem Raster der etwas anderen Schwedenkrimis, die oft düster, melancholisch, grausam sind. Bei ihr hingegen liest sich alles heiter, und wenn da nicht die Toten wären, so könnte man diesen Roman eher dem Genre Belletristik zuordnen. Nora und Henrik Linde z.B. verbringen mit ihren beiden Söhnen erholsame Sommerferien auf Sandham. Man geht schwimmen oder frönt seiner Passion als sportlich motivierter Segler. Am Abend genießt man fangfrische Fische. Familiäre Unstimmigkeiten gehören dazu und verhindern, dass der Roman allzu kitschig wird. Kommissar Thomas Andreasson, Patenonkel von einem der Söhne, ist oft und gern zu Besuch. Er leidet immer noch an dem plötzlichen Kindstod seiner kleinen Tochter und an seiner Scheidung – Schuldgefühle machten das Zusammenleben zur Qual. So mischt sich die Aufklärung des Kriminalfalles mit viel seichter Unterhaltung.
Ein leichter, harmloser Sommerkrimi ohne Blutvergießen und andere Grausamkeiten.